Willkommen auf unserer Homepage die “Zeitungsente“. Wie sind wir bloß auf diesen Namen gekommen? Ganz einfach, Zeitungsenten begegnen uns immer wieder, besonders häufig während des Sommers, bei den Journalisten als die “saure Gurkenzeit” bekannt, weil erfahrungsgemäß in dieser Zeit weniger passiert und da greift manch einer der schreibenden Zunft zum Stilmittel der Zeitungsente.
Dieses Wort leitet sich vermutlich aus dem Französischen ab vom “donner des canards“, was wörtlich Enten geben bedeutet, im übertragenen Sinn aber lügen meint. Also sind Zeitungsenten keine aus Zeitungspapier gebastelt Tierchen zum Spielen, sondern schlicht und ergreifend erfundene Lügengeschichten. Wir möchten in diesem Portal solche Geschichten publizieren und sie somit an den Pranger stellen.
Häufig werden solche Geschichten im Zusammenhang mit Prominenten veröffentlicht. Da soll beispielsweise ein berühmter Tennisprofi dem auflagenstärksten Boulevardblatt Deutschlands exklusiv verraten haben, wie es in der Besenkammer mit der flüchtigen Bekannten wirklich zugegangen ist. Allerdings hat dieses Interview niemals stattgefunden und alles war nur Lug und Trug. Wir erinnern uns an den Enthüllungsreporter, der unter einem Aliasnamen beim größten Revolverblatt unserer Republik angeheuert hat. Er hat enthüllt, wie sprupellos und im Grunde brutal mit den Persönlichkeitsrechte anderer unbescholtener Bürger in diesen Rekationen umgesprungen wird.
Kein Wunder, dass solche Zeitungen und Zeitschriften immer wieder mit Verleumdungsklagen betroffener Personen überzogen werden. Es ist glücklicherweise bei solchen Prozessen die schuldige Presse zu Gegendarstellungen und zu Zahlung von Entschädigungen verpflichtet worden. Leider wird immer noch zugunsten von hohen Auflagen und somit kommerziellen Erwägungen die Wahrheit mit Füssen getreten. Und ist einmal eine Lüge in die Welt gesetzt, so sagen sich viele Leser: “da wird doch ein Körnchen Wahrheit dran sein”. Aber leider sind diese Zeitungsenten einfach nur ein Ausbund blühender Phantasie der unseriösen Journalisten.
Eine willkommene Zeitungsente erscheint jedes Jahr am 1. April, an dem Tag also, an dem wir traditionell die anderen in den April schicken. Da kann man oft genüßlich schmunzeln, wenn man dem Autor nicht auf den Leim gegangen ist, die anderen Leser jedoch, die sagen wir mal leichtgläubiger sind, scheuen nicht davor, in der Redaktion anzurufen und zum Beispiel ihre Empörung über eine vermeintlich neu eingeführte Schokoladensteuer zum Ausdruck zu bringen. Auch seriöse Medien publizieren hin und wieder eine Faschmeldung, weil sie sich auf Agenturen und deren Mitarbeiter verlassen, diese aber nicht richtig recherchiert haben. Das ist peinlich allemal, aber die meisten Zeitungen stehen dazu und veröffentlichen Richtigstellungen unter Mea culpa. So ist dieses Forum auch in gewisser Weise eine Mea culpa Plattform. Viel Vergnügen beim Studium!
Screenshot: bild.de
One Comments to “Zeitungsente”
[...] und die Vorstellung der Zeitungsente in der Gasteinleitung von [...]